das/die E-Mail

Wir Schweizer sind bekanntlich ein seltsames Volk. Es betrifft nicht nur den politisch-historischen „Sonderfall Schweiz„, sondern auch die Sprache. Wir haben nicht nur 4 offizielle Sprachen und etliche Dialekte, die immer und überall, selbst bei Bewerbungsgesprächen gesprochen wird. Sondern wir haben auch ein eigenes Deutsch, hochoffiziell und das wird sogar als „Schweizer Hochdeutsch“ genannt.
Jawohl, ich meine damit unter anderem das E-Mail, das ich normalerweise als zusammenhängend, also das Email schreiben würde (E-Mail mit Bindestrich lese ich heute nur noch sehr selten). Der Duden erkennt die sächliche Form dieses Nachrichtenmediums sogar an.

Jedoch beobachte ich seit etwa 4 Jahren mit Unbehagen, dass auch in der Schweiz immer häufiger die Email geschrieben wird, der Einfluss durch böse Schriften wie Zeitungen und Büchern aus dem grossen Kanton deutlich spürbar. Ich getraue mich heute fast nicht mehr, das E-Mail zu sagen oder zu schreiben, doch die Gewohnheit ist stärker. Ich bin überhaupt der Meinung, Wörter, die aus der englischen Sprache abstammen, sächlich sein sollten. Denn im Englischen gibt es die Unterscheidung zwischen männlichen und weiblichen Wörtern nicht. Diese Unterscheidung in der Deutschen Sprache finde ich ohnehin doof und dann will man plötzlich sagen, E-Mail sei weiblich? Ich dachte, Frauen hätten in der Informatik nichts zu suchen*? 😉

Wer ausser mir schreibt noch heimlich das Email?

*Ich kenne Frauen, die in der Informatik sehr begabt sind, mit einigen habe ich auch Informatik studieren dürfen, die im Gegensatz zu mir das Studium auch abschlossen – das Vorurteil, Frauen seien in der Informatik unfähig, will ich damit wieder zurück in die Klischeekiste legen!

Ich habe MSF

Ich habe MSF – Spendentipp für die Katastrophenhilfe in Haiti: Médecins Sans Frontières. MSF ist oftmals die letzte Organisation, die sich auf Grund einer Gefahrenlage aus einem Krisengebiet zurückzieht, ausserdem ist die private und unabhängige MSF viel weniger politisch anfällig als die grosse Organisation International Red Cross.

MSF hat mich bereits in den Nachwirkungen der Tsunami-Katastrophe vom Dezember 2004 schwer beeindruckt, als sie als eine wenigen Organisationen sogar auf der Homepage mitteilte, dass sie nun für die Tsunami-Katastrophe genug Geld hätten und die Neuspenden lieber anderen Projekte zugewiesen werden sollten. Ich war ja jahrelang selber in spendenabhängigen Organisationen tätig und weiss, dass es als Entscheider einigen Mut braucht, so etwas umzusetzen. Ich habe damals jedenfalls nie eine Organisation gesehen, die so deutlich wie die MSF kommuniziert hatte.