Dropbox vs. Wuala

Dropbox ist ziemlich bekannt geworden als ein Konkurrent von Wuala, Teamdrive, Live Mesh, Nomadesk und vielen anderen. Während Teamdrive und andere ähnliche Anbieter sich auf Business-Kunden konzentrieren, wenden sich Dropbox und Wuala vor allem an Privatpersonen. Ich hatte nun nicht die Gelegenheit, alle Anbieter auszuprobieren, sondern möchte nur zwei gegenüberstellen, die ich selber getestet habe, Dropbox und Wuala.

Dropbox ist ein in San Francisco beheimatetes Unternehmen, das 2008 gegründet wurde. Die Server sind in den USA gehostet, somit unterliegen die Daten der Rechtsprechung der USA.
Wuala ist ein Produkt von Caleido AG, einem Spin-Off der ETH Zürich und hat seine Server in der Schweiz und in Deutschland. Die Firma wurde 2009 durch das amerikanisch-französische Speicherunternehmen LaCie übernommen.

Wualas Konzept ist etwas komplizierter als das von Dropbox. Man kann zum Beispiel 1GB freien Festplattenspeicher an Wuala abtreten, wofür man 1GB Onlinespeicher erhält. Man verliert also keinen Speicherplatz, doch man ist an einige Bedingungen gebunden. Man muss eine gewisse Stundenzahl im Netz sein, damit man diesen Speicher gratis erhält. Das bedeutet also auch, dass man Netzwerkkapazität freigeben muss, es verringert also die Geschwindigkeit der Internetleitung dadurch, dass Wuala auf diesen freigegebenen Festplattenplatz zugreift. Die eingetauschten Gigabites sind im Netzwerk natürlich auch nicht ganz so schnell wie lokalen. Das sind also die „versteckten“ Kosten, die man für einen eingetauschten Onlinespeicher eingeht. Alternativ kann sich aber auch Onlinespeicher kaufen, ohne dass man dafür Festplattenspeicher hergeben muss.

Dropbox ist mittlerweile so weit verbreitet, dass es Clients für iPhone und Android gibt. Das heisst, Dropbox kann praktisch ubiquitär genutzt werden, überall dort, wo es ein Netzwerk gibt.
Demgegenüber kann Wuala nicht ganz mithalten, doch das ist, scheint es, auch nicht unbedingt die Idee von Wuala. Wuala setzt sehr stark auf die Datensicherheit. Auf Grund der Idee, dass man die Daten in der Cloud verteilt und unter Umständen auch bei einer Privatperson hat, müssen die Daten erst verschlüsselt werden. Die Daten sind stark verschlüsselt, so dass niemand, ausser dem Eigentümer der Daten bzw. demjenigen, der das Passwort hat, auf diese zugreifen kann. Nicht einmal die Firma Caleido AG kann auf die Daten zugreifen, wie Caleido AG selbst betont, denn das Passwort des Nutzers verlässt den Computer nie, es wird also nie zu Wuala übertragen. Das heisst auch, bei Problemen mit dem Passwort kann hier Wuala nicht aushelfen. Man kann sich, wenn man will, bei Wuala eine Merkhilfe einrichten.
Anders ist hier Dropbox: Es verschlüsselt die Daten nicht, sondern will die Daten lediglich auf dem Server sicher verwahren. Dropbox legt jedoch nicht offen, wie die Daten verschlüsselt werden, aber Dropbox weist darauf hin, dass man die Daten selber verschlüsseln könne, bevor sie hochgeladen werden. Sie schlagen dafür truecrypt vor, eine sehr bekannte Software zur Verschlüsselung von Daten. Man kann dessen Quellcode einsehen, aber sie wird aus lizenzrechtlichen Gründen nicht als Open Source anerkannt. Das macht Dropbox meiner Meinung nach relativ heikel, was die Datensicherheit angeht. Wenn man also sicher sein will, dass die Daten vor anderen sicher sind, muss man sie verschlüsseln oder einen Container mit truecrypt machen, damit die Daten sicher sind. Dafür kann Wuala allenfalls bei einem Passwortproblem aushelfen.

Wuala will „social“ sein. Man kann – muss aber nicht – bei seinem Nutzerkonto seinen Realnamen angeben, damit man von anderen Freunden einfacher gefunden wird. Damit wird der Daustausch einfacher möglich. Wuala stellt drei verschiedene Ordner zur Verfügung: einen, auf den nur der Nutzer zugreifen kann, einen anderen, auf den nur Freunde zugreifen können und auf den Dritten kann die ganze Welt zugreifen, sofern sie im Besitz des Links sind.

Ein ähnliches Konzept verfolgt Dropbox, aber man kann da keine Freunde spezifizieren, sondern es ist ein entweder-oder: Entweder sind die Daten geheim oder alle können darin einsehen, wenn man den Link dazu hat.

Auffällig sind die Unterschiede, wie der Datenaustausch zum einen und zum anderen Dienst funktionieren. Wuala stellt neben dem Netzlaufwerk auch eine Software zur Verfügung, mit der man sehr übersichtlich sein Konto wie die Daten verwalten kann.
Dropbox kennt keine solche Software, sondern nur den „nackten“ Windows Explorer. Man hat also keine eigene Software dafür, sondern man verschiebt seine Daten einfach ins Netzlaufwerk.

Fazit: Mir gefällt Wuala etwas besser, vor allem auch weil dieser Dienst die Daten standardmässig und transparent verschlüsselt. Der Mitgründer von Wuala, Dominik Grolimund, hat ein zehnseitiges Paper veröffentlicht, das leider auch für mich (ich habe einige Semester an der ETHZ Informatik studiert und habe nach einer Seite abgebrochen…) sehr schwer zu lesen ist. Im Forum hat Wuala aber angekündigt, den Sicherheitsaspekt im eigenen Blog ausführlich und einfach erklären zu wollen. Die Transparenz von Wuala gefällt mir insofern eindeutig besser, zudem werden die Server in der Schweiz und in Deutschland gehostet, was eine bessere Rechtssicherheit für die Daten sorgt.
Dropbox‘ stärken sind dagegen klar in der Ubiquität und Hochverfügbarkeit der Daten zu suchen. Es gibt iPhone-Apps wie auch auf Android Apps, mit deren Hilfe auf Dropbox zugegriffen werden können. Ich habe nun
Abschliessend gilt nur noch darauf hinzuweisen, dass die Sicherheit der Daten nur so sicher ist wie das Passwort. Wie man sichere Passwörter erstellt, darüber gibt auch Wikipedia Auskunft.

Ich habe mir einige GB bei Wuala gekauft, weil sie mir grundsätzlich sympathischer sind und mehr Funktionen zu Verfügung stellen. So ist beispielsweise ein einfacher Datenaustausch mit bestimmten Personen sehr einfach Man muss sich aber bewusst sein, dass Daten dort nicht zu 100% sicher im Sinne der Verfügbarkeit sind. Wer ein wirklich gutes Backupsystem für sehr wichtige Daten haben will, sollte diese nicht nur einem System anvertrauen, sondern mehrere Backups haben.

Dropbox ist mir irgendwie nicht ganz sympathisch, vor allem nicht, weil sie nicht offen sagen können, wie die Daten verschlüsselt werden.

Es muss am Ende jeder für sich selber entscheiden, welche Vorteile man zugunsten welchen Nachteilen in Kauf nehmen will.

Eckdaten:

Dropbox:

  • Sichere Verbindung zum Server (SSL)
  • Unkompliziert, weil sehr wenige Einstellungsmöglichkeiten
  • Stellt 2GB Online-Speicher gratis zur Verfügung, weitere GB können dazugekauft werden
  • Datenverfügbarkeit wird nicht garantiert.
  • Speicherpreise sind meiner Meinung nach kompetitiv
  • Verfügbar für Windows, Mac, Linux, iPhone, Android und Blackberry

Wuala

  • Sichere Verbindung zum Server (SSL)
  • Ebenfalls unkompliziert, hat aber relativ viele Einstellungsmöglichkeiten, die übersichtlich präsentiert werden
  • Gute Hilfe, gutes Forum; fast alles auf Deutsch erhältlich
  • Man kann eigenen Festplattenspeicher gegen Onlinespeicher eintauschen, muss aber nicht; Speicherkauf ist ebenfalls möglich
  • Hat eine soziale Komponente, man kann Dateien nur bestimmten Freunden veröffentlichen und eignet sich damit auch besser für das Arbeiten im Team.
  • Datenverfügbarkeit wird nicht garantiert, aber scheint zur Zeit nicht ganz so sicher zu sein wie Dropbox.
  • Daten können versioniert werden
  • Ordner können spezifiziert werden, die automatisch gesichert (synchronisiert) werden sollen
  • Speicherpreise sind meiner Meinung nach kompetitiv
  • Verfügbar für Windows, Mac und Linux

Videos

Dropbox‘ Video ist leider nicht einbettbar.

Update

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18 Gedanken zu „Dropbox vs. Wuala

  1. Ich habe beide Tools eine Zeit lang eingesetzt und mich am Ende doch für Dropbox entschieden. Für mich war der ausschlaggebende Grund, das Dropbox „just works“. Wuala finde ich irgendwie unaufgeräumt und komisch.

  2. Wirklich? Ich finde es aufgeräumt und klar. Wann war denn das, als Du Wuala genutzt hast? Was ich so vom Netz bisher lesen konnte war, dass es sich in den letzten Monaten stark entwickelt hat.
    Aber mal sehen, vielleicht wechsle ich ja doch noch zu Dropbox.

  3. Hallo eyeIT,

    Vielen Dank für diesen tollen Bericht, freut uns natürlich sehr. Du hast die Vorteile von Wuala schön hervorgestrichen. Besonders den Privacy-Aspekt möchte ich betonen: Sämtliche Daten werden auf dem Computer des Benutzers verschlüsselt, bevor sie hochgeladen werden. Das Passwort des Benutzers verlässt dessen Computer nie, so dass niemand sonst – wir eingeschlossen – Zugriff auf private Daten hat.

    Gruss,
    Dominik

  4. @wapr: Wir sind zurzeit daran, Wuala weiter aufzuräumen und das User Interface zu verbessern. Vielleicht kannst Du mir auch konkrete Punkte nennen, die Dich gestört haben? Schau doch in ein paar Wochen einfach wieder einmal vorbei. Dein Feedback würde uns freuen.

    Gruss,
    Dominik

  5. Ich finde man sollte Dropbox und Wuala nicht vergleichen, dazu sind die zu verschieden. Die Hauptfunktion von Dropbox ist es die Daten zwischen mehreren Rechnern zu Synchronisieren, das macht Wuala jedoch nicht, bei Wuala werden die Daten nur per Abruf auf den Rechner geholt. Das ist für mich schon ein Riesen unterschied und so ist es auch bei der Benutzung, in Dropbox landen bei mir Daten die ich gerne zwischen meinen Rechner Synchron haben möchte. Und in Wuala landen die Daten die gebackupt werden sollen oder die ich an freunde weitergeben will.

    @Dominik, ja so manchmal verhält sich das interface etwas merkwürdig und träge. Grade wenn es um Daten geht die grade nicht erreichbar sind.

    • @Alex: Wuala kann ebenfalls Daten synchronisieren, zumindest in der Pro-Version. Mit einem Unterschied: Du kannst Wuala irgendeinen Ordner zuweisen, den es synchronisieren soll. Du musst also nicht, wie bei Dropbox im Dropbox-Ordner die Daten hinschieben. In der Pro-Version hast Du sogar die Möglichkeit, die Versionisierung zusehen und hast eine Art Time Machine.
      Mit Dropbox hast Du diese Möglichkeiten nur im Dropbox-Ordner selber (als zahlender Nutzer).

      Aber eben: mit Dropbox gewinnst Du dafür Ubiquität.

      • Oh ich merk schon seit ich das letze mal die Featurelist von Wuala angeschaut habe hat sich einiges getan. Wusste zum beispiel garnicht das es eine Syncronisation und Versionierung gibt. Aber ok habe mir auch nie den Pro Account angeschaut. Die Versionierung bei Dropbox ist übrigens auch kostenlos und auch in der Basic Version verfügbar.

        Für mich ist Dropbox das was vorher mein USB Stick war, Wuala hingegen würde ich mit meiner USB HDD vergleichen. Größer, Schwerer, will man nicht immer mitnehmen, sind Daten drauf die man nicht jeden tag braucht oder Daten die man mal an freunde weiter geben will. Beides hat man beides braucht man in verschiedenen Situationen.

        Jetzt der mecker teil: Das was Wuala so flexibel und überall einsetzbar macht ist auch gleich das das am meisten nervt. Java, der Ressourcen Fresser schlecht hin.

  6. I use both programs parallel on my pc – dropbox, because it synchronize my works data between multiple computers and wuala where I have backed up all my stuff – a lot of photos some music and home video witch makes all other backup services very expensive due to GBs. Plus wuala sharing is simple for me – I just create web-link and someone else can download file(s). I have wuala now for more than 12 months and never had a problem to download file even the very old one. It also helped me to restore some documents I accidentally deleted. there where still in trash in wuala. Only problem with wuala is I use laptop on sites where I have no internet then if I forgot to get a file from wuala it is inaccessible. If or when wuala got a sync feature or any other way to have certain files always on clients hdd I will go fully for this service.

  7. Ich benutze zzt beide. Wuala ist trotz neuer Software beschränkt,wenn überhaupt, hinter einer Firewall (auch java online applet) zugänglich. Dropbox greift auf die hochwertige Struktur von amazon S3 zurück. Dadurch ist der Zugriff sehr konstant und schnell, was bei Wuala nicht der Fall ist. Dropbox ist intutiv und simplistisch gehalten während Wuala weniger sturkturiert erscheint. Ich bevorzuge die Wualaphilosophie die leider noch immer nicht ausgegoren ist. Schade

  8. Danke für diesen Artikel, der ist sehr hilfreich. Bei Wuala scheinen die Preise ja ein wenig niedriger zu sein, da würde sich das kaufen sogar lohnen. Aber Dropbox ist für mich gewohnter, also bleibe ich erst mal dabei. Auch wenn mir meine 2,5GB langsam knapp werden 😦

  9. Pingback: Wuala im neuen Design und neue Features « EyeIT

  10. Bei Dropbox kann man zwischenzeitlich auch spezifizieren, welche Ordner auf dem jeweiligen Rechner gesynct werden sollen (Selective Sync).

    Weiterhin sehe ich als Vorteil für Dropbox, dass sehr viele iOS-Apps direkt mit der Dropbox kommunizieren können, was für mich ein sehr starkes Argument ist.

    Gibt es bei Wuala eigentlich einen lokalen Sync zwischen Rechnern im gleichen LAN? Wenn nicht, wäre das ein weiterer Pluspunkt für Dropbox.

  11. @Thomas: Ich weiss nicht, ob es dieses Feature gibt, aber ich bezweifle das, weil prinzipiell das Passwort nie den Computer verlässt und die Daten verschlüsselt in der Cloud gespeichert werden.
    Wuala hat angkündigt, auch auf Android eine App zu veröffentlichen wollen.

  12. Zum Einen hilft Android wenig, wenn es um iOS geht (Ist nun mal die stärkere Plattform, wenn auch nicht von den bloßen zahlen her).

    Zum Anderen hilft eine App wenig. Es gibt viele Apps zum Zugriff auf proprietäre Cloudstoragelösungen. Man braucht aber eine Integration in die Produktiv-Apps. Und die hat Dropbox (besser die Programmierer integrieren die Dropbox-API in ihre Apps). Dann folgt mit weitem Abstand Mobile.me und mit noch mehr Abstand Box(.net). Ggf. gibt es noch generischen WebDAV-Zugriff. Aber Dropbox beherrscht unangefochten dieses Feld.

  13. Good review – there are a few recent changes though:

    You get 2GB of space with the FREE version, but now there is no restriction to the number of computers you can sync/backup (from 2).
    It gives you the ability to upload and sync any folder on your computer.
    It is the only service that offers such a broad device and OS support with apps for iPhone/iPad, Android, Blackberry, Symbian and WinMo.
    On the Free version the upload/download is faster than when reviewed 🙂

    Also if you use the below referral code you get 500MB extra on top of the Free 2GB or 16GB extra on any of the paid-for services!

    http://db.tt/7UuDW32

    Hope it helps someone.

    • Unfortunately, I don’t know anything about plugins. I think your best bet for that is to ask either in the forum of Wuala.com or simply contact Wuala.com

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