Mit Kiva im Internet Unternehmern via Mikrokredit helfen

Das Internet entwickelt immer wieder neue Überraschungen. Das gilt natürlich auch für soziale Projekte und gerade bin ich über ein spezielles Projekt gestolpert, das ich hier gerne erwähnen möchte: Kiva.org

Ich habe vor einigen Jahren schon vom Projekt gehört, aber ich bin wirklich beeindruckt, dass das Projekt heute noch steht und funktioniert – ja sogar bereits mehr als 100. Mio. USD umgesetzt haben soll.

www.best-practice-business.de/blog ist ein Blog, in dem Geschäftsideen beschrieben werden. Die Autoren des Blogs hab passend dazu eine Top 25-Liste von Projekten veröffentlicht, die sie für die besten halten. Es ist meiner Meinung nach nicht überraschend, dass das Kiva-Projekt auf den Platz 3 gelandet ist.

Ich habe mich auch entschlossen, selber einen Kredit von 50 USD zu vergeben und werde in Zukunft darüber berichten.

Ein Wort noch zu meiner Einstellung zur Hilfe von Nonprofit-Projekten – ich habe selber jahrelang in NPOs (Non Profit Organisations) mitgewirkt:  Es gilt jeweils immer zu prüfen, inwieweit Gelder tatsächlich für die Destinatären (das sind jene, die das Geld/die Leistung erhalten) bestimmt sind. In NPOs  müssen jeweils auch Leute arbeiten, die auch verdienen müssen, d.h. es fliessen also immer auch Gelder in die Administration ab. Grundsätzlich vertraue ich da gerne der ZEWO, einer Institution die ein Zertifikat dafür vergibt, dass die betreffende NPO nach bestimmten Standards arbeitet. Ein Beispiel dafür ist, dass nicht zu viel Geld in die Administration fliessen soll. Leider ist KIVA nicht ZEWO-akkreditiert, aber die ZEWO vergibt das Zertifikat auch nur Organisationen, die in der Schweiz heimisch sind.
Dann gibt es die Frage, wie den Personen geholfen werden soll. Die Entwicklungshilfe im klassischen Sinne kann ich nicht befürworten. Denn oft läuft das so ab, dass gebildete Leute irgendwelchen Aufbauhilfen finanzieren oder mitarbeiten, aber wenn die Sache einmal steht, dann wissen die Einheimischen oft nicht, was sie machen müssen, wenn sie mit dem Projekt ein Problem haben. Das heisst: der einheimischen Bevölkerung wurde nicht geholfen, sondern sie wurden abhängig gemacht. Es ist daher sinnvoller, wenn die Entwicklungshilfe darin besteht, Know-How zu erweitern und vor allem die Abhängigkeit zu verringern. Grob gesagt ist eine NPO dann gut, wenn sie die Unterstützung solcherart anbietet, dass man sie hinterher eigentlich nicht mehr braucht.

UPDATE:

Ich war im Blog etwas missverständlich: Selbstverständlich investiere ich die 50 USD nicht sofort, sondern ich kläre erst die Hintergründe ab, z. B. auch den Zins. Ich habe bei Leumund von einer Warnung, dass es auch Wucherverzinsung (für die Schweiz ist das ab 15%) gäbe, gelesen. Dewegen habe ich an KIVA mit der Frage, wie ich sicherstellen kann, dass die Kreditnehmer keinen höheren Zins als 15% oder mir lieber noch keinen höheren Zins als 10% in Kauf nehmen müssten, ein Email gesendet.
Ich werde demnächst auch eine Kritik veröffentlichen, aber habt da bitte ein wenig Geduld; ich bin noch am recherchieren.

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